TrekMongolia

Reiseberichte - 1999

Kommentar : 

Reisebericht von Martin Gloor, Shanghai / China
E-mail Martin_Gloor@Rieter.com
Reisedaten 10. - 24. Juli 1999

Leute
Die Leute auf dem Land sind extrem gastfreundlich. Die Gastfreundschaft der mongolischen Nomaden hat ihren Ursprung im seit jeher in dieser fordernden Natur aufeinander angewiesen sein und in der Religion, dem tibetischen Buddhismus. Auch in der Stadt war der Kontakt mit den Menschen sehr herzlich. Die Leute haben Zeit sich zu unterhalten und sind sehr neugierig etwas von anderen Ländern zu erfahren.

Ulan Bator, Hauptstadt der Mongolei
Ulan Bator ist wohl eine der seltsamsten Hauptstädte der Welt. Einerseits gibt es prunkvolle Monumente und eintönige Wohnblocks, Zeugen des einstigen Kommunismus, andererseits erscheint einem die Stadt wie ein grosses Dorf, in welchem die steinernen Gebäude in die umgebenden Holzhäuser und Zeltsiedlungen überfliessen. Hinter der Stadtgrenze erstreckt sich bereits die endlose Weite und grüne Hügel heben sich vom Horizont ab. Dieses erste Naturschauspiel erlebt man nur ca. 10 Autominuten vom Stadtzentrum entfernt. Ulan Bator ist mit keiner anderen Hauptstadt zu vergleichen, auch nicht mit Asien!

Hovsgol Nuur (Hovsgol See) & Lager Toilogt
Dieser See ist paradiesisch schön! Es ist fast unglaublich, dass das Wasser so sauber ist, dass man es ohne Bedenken und ohne abzukochen trinken kann. Für die nicht zu zimperlichen unter uns, reichte die Wassertemperatur bei schönem Wetter gerade zum Schwimmen. Und für die weniger mutigen ist es ein Traum am Ufer zu sitzen, um die Stille und die endlose Weite dieser fast menschenleeren Landschaft zu geniessen. Das Seeufer mit seinen bunten Kieselsteinen, die blühenden Wiesen, glasklare Bäche, der Wald und die Berge im Hintergrund laden selbst nach einem Tagesritt noch zu einem Spaziergang ein.

Fischen ist ein einmaliges Erlebnis! Auch für ungeübte! An den meisten Stellen beissen die Fische (aus der Familie der Forellen/Lachse) so schnell an, dass man kaum mehr mit Fischen ausnehmen fertig wird. Ich habe dort zum ersten Mal im Leben über mehrere Tage gefischt und die Fische (nach einem kurzen Lehrgang bei Christian) auch selber ausgenommen. Es macht viel Spass und ist jedem zu empfehlen, der es auch noch nie ausprobiert hat.

Lager Toilogt liegt an einem absolut malerischen Ort! An einem schönen Waldrand auf einer Landzunge, eingebetet zwischen Hovsgol-See und einer kleinen Lagune mit majestätischen Gebirgen, die unmittelbar hinter dem Wald in den blauen Himmel ragen.
Diese wunderschöne Landschaft lädt zum Spazieren, Reiten, Fotografieren, Schwimmen, Fischen oder einfach zum Ausspannen und Nachdenken ein. Die Leute im Lager leben sind sehr freundlich und hilfsbereit.

Trek
Jeder Europäer, der jemals ein Kino besucht hat, kennt sie wohl, ... die Marlboro Werbung. Viele bewundern und beneiden wohl auch die Männer auf ihren schönen Pferden in der atemberaubenden Landschaft. Manch eine/r träumt davon auch einmal dieses Gefühl von Freiheit in einer absolut menschenleeren Gegend zusammen mit einem Pferd zu erleben. Auch ich gehöre dazu. Vor meiner Reise in die Mongolei war ich gerade zweimal auf dem Rücken eines Pferdes. Einmal auf einem Pony in der Schweiz und einmal auf einem Touristenpferd in der Camargue. Beide Male mochten mir das "Marlboro-Gefühl" nicht vermitteln. Deshalb habe ich mir mit 36 Jahren einen meiner Träume doch noch verwirklicht.

Der Trek war unvergesslich schön! Wir hatten fast die ganzen 10 Tage nur schönes Wetter, aber auch das eine Gewitter, das sich uns mit rasendem Tempo über den See näherte und die noch vor wenigen Augenblicken spiegelglatte Wasseroberfläche aufpeitschte, war ein einmaliges Naturschauspiel!
Als die Gewitterfront das Seeufer erreichte und wir in den Zelten Zuflucht suchten, bekamen wir zu spüren, was es bedeutet, kein "richtiges" Dach über dem Kopf zu haben. Die Gewitterböen drückten unsere Zelte beinahe auf den Grund. Der Sturm dauerte aber nur ca. 10 Minuten, dann zogen die Wolken in Richtung russische Grenze nach Sibirien.
Das rot/gelb reflektierende Licht der Abenddämmerung zwischen den Bergen und die dazwischen tanzenden schwarzen Wolken waren wie der Schlussakt eines Dramas kurz bevor der Vorhang fällt.

Die ersten Reitversuche im Lager Toilogt und am ersten Tag auf dem Trek erforderten etwas Mut. Als ich sicherer wurde und mich an mein Pferd gewöhnt hatte, konnte ich es endlich spüren ... das Gefühl von Freiheit wie ich es kaum zu beschreiben vermag! Der erste Galopp war wie ein Flug eines Vogels durch diese bezaubernd schöne Landschaft. Ich galoppierte über eine Ebene, dem See entlang und dann durch einen lichten Wald. Ich wollte schreien vor Freude!! Dies habe ich wohlweislich unterlassen, denn sonst hätte Zebi, mein Pferd, wohl nie mehr angehalten.

Ich habe meinen ersten Galopp (ca. 2 km) bestens überstanden und werde ihn nie mehr vergessen! Dieses Gefühl der Geschwindigkeit und mit dem Tier und er Natur zu verschmelzen... Ich werde auch in zehn oder zwanzig Jahren noch davon schwärmen!

Über das Risiko, das man eventuell als nicht erfahrener Reiter eingeht, sollte sich jeder, der sich für einen Trek anmeldet, bewusst sein. Für unsportliche und untrainierte Leute ist der mehrtägige Trek nicht geeignet. Für Leute hingegen, die mit etwas Risiko leben können oder es sogar lieben, ist dies ein Erlebnis, wie es heutzutage kaum mehr möglich ist.

Eine Woche dem Seeufer entlang, durch saftig grüne Lärchenwälder, über Weiden mit Blumen aller Farben, durch Sumpfgebiete, Täler und über Pässe... eines des letzten Paradiese unseres Planeten Erde.

Während dem Trek hatten wir die Gelegenheit, Nomaden in ihren Gers (Zelt der Nomaden) zu besuchen. Ihr Empfang war äusserst herzlich und wir wurden nach dem Gesetz der Gastfreundschaft bewirtet. Yoghurt schmeckt herrlich. Airag, die gegärte Stutenmilch und der säuerliche Käse ist nicht jedermanns Geschmack, aber es ist eine weitere Erfahrung, die einem das harte Leben in der Mongolei etwas näher bringt.

Die Abende und die Mahlzeiten spielten sich immer um ein oder mehrere Lagerfeuer ab. Ausreichend und köstlich wurden wir von Chim-Ge und Mogi, den beiden Köchinnen, verpflegt.

Abends sassen wir am Lagerfeuer und erzählten uns Geschichten oder sangen zusammen. Manchmal waren wir nur unter Teilnehmern, widerum gesellten sich unsere mongolischen Begleiter zu uns. Alleine die Stimmung am Lagerfeuer zu beschreiben würde mehrere Seiten füllen. Jeder Einzelne hat seinen Teil des Zusammenseins beigetragen. In unserem bunt zusammen gewürfelten Team ging uns der Gesprächsstoff nie aus. Gesungen wurde aus vollem Hals. Manchmal bis in die frühen Morgenstunden...

Die Rückreise mit dem Schiff vom nördlichen Ende des Sees zurück zum Lager Toilogt war ebenfalls unvergesslich und auch die Fahrt mit dem Jeep nach Moron und der Flug zurück nach Ulan Bator vermittelten uns weitere Eindrücke dieses weiten Landes.


Reisebericht von Markus Driess, Shanghai / China
E-mail markus.driess@roche.com
Reisedaten 10. - 24. Juli 1999

Am meisten beeindruckt hat mich die Ruhe, die Abgeschiedenheit und die Einsamkeit wo man total ausspannen konnte. Bereits nach zwei bis drei Tagen, waren alle Probleme bei der Arbeit vergessen. Zum Teil, weil man sich als unerfahrener Reiter ganz automatisch auf andere Dinge konzentriert. Ganz bestimmt aber auch weil man immer wieder Möglichkeiten hat, den Gedanken freien Lauf zu lassen und vor sich hin zu träumen.

Die Gruppe, eine bunte Mischung verschiedener Individualisten - alle irgendwie spezielle Leute - fand innert kürzester Zeit sehr gut zusammen und funktionierte sehr gut.

Besonders eindrücklich war auch das absolute Vertrauen und die Fähigkeiten unserer Guides und Köchinnen, die uns immer wieder in erstaunen versetzten!! Wer hat gesagt, es gäbe nix rechts zu futtern in der Mongolei? Alles Lüge.

Die unberührte und schöne Natur. Die Sumpfgebiete, der glasklare See mit seinen zahlreichen Fischen, die umliegenden Berge und natürlich der ach so klare Sternenhimmel mit den halbstündlich vorbei fliegenden Satelliten.


Liebe Teilnehmerin, lieber Teilnehmer!

Bestimmt nimmst Du nach Deiner Reise in die Mongolei manch schönes Erlebnis mit nach Hause. An dieser Stelle möchten wir Dir nochmals recht herzlich für Deine Teilnahme und Deinen wichtigen Beitrag zu unvergesslichen Momenten danken!

Damit auch andere Naturliebhaber und Pferdefreunde über Deine Eindrücke und Abenteuer erfahren, bitten wir Dich um einen kleinen Kommentar über Deine Reise ins Land des blauen Himmels.

Wir danken Dir dafür und freuen uns auf Deinen Bericht!

Lieber Gruss,

Mireille

Christian

 

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